Ich wurde schon oft gefragt, ob man zur Entlastung der Lichtmaschine, eine große 6V Autobatterie in den Seitenwagen bauen kann, welche dann durch die Lichtmaschine geladen wird. NEIN! Diese Batterie würde wie ein Kurzschluß auf die Lichtmaschine wirken, die Ladeströme wären viel zu hoch und die Lichtmaschine würde das auf Dauer nicht aushalten. Mittlerweile sind sehr gute Gelakkus auf dem Markt, welche eine sehr geringe Selbstentladung und dadurch hohe Haltbarkeit haben.


Das leidige Thema Zündschloß, hier ist es vor allem der Hauptkontakt, welcher schnell oxidiert und für einen erheblichen Spannungsabfall (teils über 1Volt) durch den hohen Übergangswiderstand sorgt. Das Zündschloß erwämrt sich dadurch sehr stark. Eine Kontaktfeile schafft zwar schnell Abhilfe, aber macht das Ganze nur noch schlimmer, da die Kontakte zu stark aufgerauht werden und dadurch sehr schnell wieder oxidieren. Besser man nimmt 1000er oder 2000er Naßschleifpapier und poliert den Kontakt richtig sauber, dann noch etwas Polfett (Säurefrei) drauf und man hat Ruhe. Als weitere Fehlerquelle haben sich die Schrauben der Kontakte herausgestellt. Diese sind teilweise so schlecht hergestellt, dass beim Anziehen der Schraube, die Adern durch den Grat an der Spitze, durchtrennt werden. Hier helfen nur andere Schrauben oder das Abfeilen des Grates an den Schrauben. Die Kabel sollten auf keinen Fall blank oder verlötet angeklemmt werden. Verlötete Aderenden sind zu weich für eine Schraubverbindung, das Zinn kriecht unter dem Druck der Schraube und die Verbindung wird mit der Zeit locker. Ich empfehle bei solchen Verbindungen grundsätzlich Aderendhülsen, da diese fest genug sind und einen sicheren haltbaren Kontakt herstellen. Zu kaufen gibt es diese Hülsen mit passender Zange in jedem Baumarkt. Als Alternative kann man auch, wie auf dem Foto zu sehen, direkt einen Ringkabelschuh anlöten und unter die Schraube klemmen, ebenfalls ein sehr haltbarer Kontakt.


Die Anschlüsse an Lichtmaschine, Regler usw. sollten auch mit Lötkabelschuhen und anschließend mit Schrumpfschlauch als Knickschutz ausgeführt werden. Vorsicht mit den billigen Quetschkabelschuhen und den Quetschzangen!

Thema Masse, auch sehr unterschätzt, fehlt diese aber an einem Verbraucher, so wird diese im schlechtesten Fall über einen anderen Verbraucher bezogen (an Anhängern sehr oft zu beobachten, wenn das ganze Rücklicht beim Einschalten des Blinkers mitblinkt). Gut lackierte Rahmen, Teile, Kotflügel, sogar Lichtmaschinen!! erschweren das Anliegen der Masse an jedem Teil des Motorrades, deshalb empfehle ich grundsätzlich an jeden Verbraucher die Masse als Kabel mit heranzuführen, ebenfalls eine "Hauptmasse" von Batterie an Motor, Regler und Scheinwerfer zu legen.


Bau einer Funkenstrecke, diese ist notwendig, wenn man die Zündkerzenstecker bei laufendem Motor abzieht (z.B. zum Zwecke der Vergasereinstellung). Außer der originalen russischen 6V Zündspule habe die neueren Doppelzündspulen keine Funkenstrecke um einen Funken kontrolliert abzuleiten (Gefahr des durchschlagens der Zündspule). Ein alter Kerzenstecker, eine lange M4 Schraube, ein Stück Litze und eine Krokodilklemme. Dies als Zwischenstück zwischen Kerze und Kerzenstecker, die Klemme an Masse legen und dann kann man den Kerzenstecker inkl. Zwischenstecker bei laufendem Motor abziehen und ein kontrollierter Überschlag findet zwischen Kabelende und Schraube statt.



Ich habe mit diesen Kerzen die besten Erfahrungen gemacht: NGK Iridium BR6HIX

Hier die russischen Zündkerzentabellen und die Vergleichstabelle zu deutschen Kerzen